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April 2019

Zu Besuch in der Bildgießerei Hermann Noack

Auf Anregung der Bildhauerin Bärbel Dieckmann nahmen 22 Mitglieder der Schadow Gesellschaft Berlin e.V. Ende April 2019 an einer Führung in der Bildgießerei Hermann Noack teil.
Seit 2010 ist das traditionsreiche, 1897 in Berlin gegründete Unternehmen in Berlin-Charlottenburg direkt am Spreeufer ansässig. Es verfügt dort über hochmoderne, großzügig- funktionale Räume für die kunsthandwerklich-künstlerische Produktion und über lichtdurchflutete Ausstellungsräume, außerdem über ein eigenes Restaurant.

Die Leiterin der Werkstattgalerie, Frau Isabella Mannozzi, erklärte die einzelnen Arbeitsschritte, die zu einer Bronzeskulptur hinführen. Die Anfertigung eines Modells, der Gussform, des eigentlichen Gusses und die daran anschließende Nachbearbeitung wie etwa das Verlöten der Einzelteile oder das Patinieren sind jeweils verzwickte, zeit- und arbeitsaufwendige Verfahren, die u.a. von spezialisierten Wachsformern und Gießern, Schmieden und Ziseleuren ausgeführt werden.

Eine Attraktion dieser anschaulichen Führung war, dass wir ‚die Massen im Fluß‘ beobachten durften, nämlich das Gießen von drei kleineren Bronzeteilen. Der dickflüssige Metallbrei floss auch wirklich ’nach der rechten Weise‘ und in seinem ziemlich kleinen, rotglühenden Behälter verbreitete er doch eine fast unheimliche Hitze. Eindrucksvoll war auch, die momentane Entstehung eines 40teiligen Figuren-Ensembles von Anselm Kiefern zu sehen, und zwar aus nächster Nähe und in den aufeinander folgenden Entstehungsphasen. (cc)

Foto: Claudia Czok

Ein Bilderbogen für Schadow

Ende April 2019 ging die im Schadowhaus des Deutschen Bundestages veranstaltete Ausstellung „Lorbeeren für Schadow“ zu Ende. Der Hallenser Künstler Moritz Götze zeigte dort seit Mitte 2018 seine poetisch eingefärbten Gedanken zu Person und Werk „unseres“ Schadow. Götze hat eines seiner extra für die Ausstellung entstandenen Bilder als großzügige Dauerleihgabe der Schadow Gesellschaft Berlin e.V. überlassen. Ein „Schadow-Bilderbogen“ von ihm präsentiert sich nun in unserer Geschäftsstelle, tritt in Zwiesprache mit den Werken von Gottfried Schadow und seinem Sohn Ridolfo, Christian Daniel Rauch, Carl Blechen, Eduard Gaertner und Johannes Grützke.

Foto: Moritz Götze

Gottfried Schadow, nach einem Porträt des Berliner Künstlers Ludwig Buchhorn gemalt, schwebt in der Mitte des in Emaille ausgeführten großformatigen Bildes. Diese etwas großspurig und steif wirkende Figur hat Götze locker in eine Geschichte aus einzelnen, scharf abgegrenzten Bildern verstrickt: Sie erzählen von Schadows Lehrmeister Tassaert und seiner ersten Ehefrau Marianne, von Berlin und vom Schadowhaus, von den großen Bildwerken der 1790er Jahre, von freimaurerischen Moralvorstellungen und vom früh errungenen Ruhm als Künstler. Ganz wie die altmodischen, süßlich-kitschigen Glanzbilder aus geprägtem Papier sind die einzelnen Szenen nur durch Stege aneinandergefügt, die so dünn scheinen, dass sie leicht brechen könnten. (cc)

» Website des Deutschen Bundestages zur Ausstellung