Mitglieder der Schadow Gesellschaft besuchten 2026 zwei weitere Ausstellungen mit Karl Heinz Wegmann, der uns durch seine fachkundigen und lebhaften Erläuterungen wie immer sehr begeisterte.

Am 7. Juli sahen wir in der Neuen Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin die Werkschau des Ausnahmekünstlers „Brancusi“, die in Kooperation mit dem Centre Pompidou in Paris erstmalig seit über 50 Jahren in Deutschland gezeigt wurde.

Constantin Brancusi (1876-1957) zählt zu den bedeutendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Nach traditionell-akademischen Anfängen in Rumänien fand er ab 1907 in Paris zu einem eigenen Stil. Seine organischen bis auf das Wesentliche reduzierten Skulpturen machen ihn zum Vorreiter der skulpturalen Abstraktion im frühen 20. Jahrhundert. Brancusis stetige Suche nach einem künstlerischen Ideal manifestiert sich in den formalen Variationen weniger Motive und dem Spiel mit wechselnden Materialien und Oberflächen. Gekonnt nutzte er spezifische Sockel, Licht, Bewegung sowie Fotografie und Film, um seine Skulpturen in Szene zu setzen.

Mit über 150 Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Filmen und Archivmaterialien aus dem Centre Pompidou sowie aus weiteren privaten und öffentlichen internationalen Sammlungen, präsentierte die Ausstellung einen umfangreichen Überblick über Brancusis vielseitiges Schaffen.

Schadow Gesellschaft Berlin: Ausstellungsbesuch: Brancusi, Neue Nationalgalerie
Schadow Gesellschaft Berlin: Ausstellungsbesuch: Brancusi, Neue Nationalgalerie

Der zweite Ausstellungsbesuch führte bei herrlichstem Sommerwetter am 25. August in die Alte Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. Dort wurde die Ausstellung „Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus“ gezeigt, mit der Paul Cassirer (1871–1926) einer der wichtigsten Kunsthändler seiner Zeit gewürdigt wurde. Über 100 herausragende Werke des Impressionismus und der klassischen Moderne verdeutlichten das beeindruckende Engagement Paul Cassirers für die Kunst.

Schadow Gesellschaft Berlin: Ausstellungsbesuch: Cassirer, Alte Nationalgalerie
Schadow Gesellschaft Berlin: Ausstellungsbesuch: Cassirer, Alte Nationalgalerie

Mit seiner Ausstellungstätigkeit förderte der in Berlin ansässige Galerist Paul Cassirer maßgeblich die Verbreitung des französischen Impressionismus in Deutschland. Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh erlangten durch ihn erstmals größere Aufmerksamkeit im deutschsprachigen Raum. Mit der Präsentation ihrer Werke prägte Cassirer die deutsche Kulturlandschaft nachhaltig und stieß leidenschaftlich geführte Diskussionen in der Öffentlichkeit an.

Zahlreiche Schlüsselwerke fanden durch seine Vermittlung Eingang in bedeutende deutsche Sammlungen und Museen, darunter auch in die Bestände der Nationalgalerie. Cassirer beschränkte sein Engagement nicht allein auf die Vermittlung französischer Kunst. Er setzte sich ebenso für den deutschen Impressionismus ein und unterstützte die Berliner Secession, hier Künstler wie Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt. Gleichzeitig förderte er mit Edvard Munch und August Gaul bedeutende Wegbereiter der klassischen Moderne, während mit Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker auch die junge Avantgarde Eingang in das Programm seiner Galerie fand.

Großer Dank an Herrn Wegmann! Die Ausstellungsbesuche mit ihm sind eine unverzichtbare Bereicherung für die Schadow Gesellschaft und wir freuen uns über die rege Teilnahme.

 


Fotos und Text: Ch. Petersen
Quelle: Staatliche Museen zu Berlin