Liebe Mitglieder und Freunde
der Schadow Gesellschaft Berlin e.V.,

wie im letzten Jahr können wir uns auch zum diesjährigen Jahresende nur in dieser Form an Sie wenden – wegen Corona konnte weder eine Adventsfeier noch eine Weihnachtsfeier organisiert werden. Immerhin war es noch möglich, am 12. November 2021 im Salon Wefelscheid eine Mitgliederversammlung durchzuführen, bei der ein neuer Vorstand und neue Mitglieder des Kuratoriums gewählt wurden. Außerdem haben in diesem Jahr Vorstand und Kuratorium vier Mal getagt, mit persönlicher Anwesenheit der Mitglieder, aber selbstverständlich unter genauer Beachtung der Corona-Bestimmungen, mit Maske und Abstand.

Als in der wärmeren Jahreszeit die Inzidenzzahlen zurückgingen und die Bedingungen sich ein wenig lockerten, konnten doch noch drei Veranstaltungen durchgeführt werden: 15 Personen nahmen an der Besichtigung der Mühlenhaupt-Ausstellung im Sockelgeschoss des Kreuzbergdenkmals teil, bei der selbstverständlich auch die dort gelagerten Reliefs des wertvollen Münzfrieses in Augenschein genommen wurden.

Im Juli besuchten wir gemeinsam mit der Langhans-Gesellschaft die neu eingerichtete Dauerausstellung der Alten Nationalgalerie in der Friedrichswerderschen Kirche; ein zweiter Besuch fand am 6. September statt.
Wir danken Frau Dr. Yvette Deseyve für die fachkundige Führung und gratulieren ihr zu der gelungenen Präsentation.
Nach Jahren der Ungewissheit ob der jüngst durch benachbarte Neubauten entstandenen Bauschäden an der Kirche ist es umso mehr zu begrüßen, dass dieses wichtige Baudenkmal, für das Karl Friedrich Schinkel die Pläne gezeichnet hatte, nun wieder zugänglich ist.

Nicht nur für die Freunde Schadows ist die Ausstellung ein Muss: Alle an der Bildhauerei des 19. Jahrhunderts Interessierten sollten sich die anregende Neuaufstellung der Skulpturen nicht entgehen lassen. Das Herzstück, das lebensgroße Gipsmodell von Schadows populärer Prinzessinnengruppe, fehlt freilich noch – es wird derzeit restauriert und im nächsten Jahr zunächst Thema einer Sonderausstellung in der Alten Nationalgalerie sein.
Im Rahmen unserer Mitgliederversammlung hielt Alexandra Czarnecki, die leitende Restauratorin, einen Vortrag, in dem sie uns einen Einblick in die teilweise sehr komplizierte Restaurierung vermittelte.

Im Wissen, dass der persönliche Kontakt der Mitglieder coronabedingt bestenfalls nur sehr eingeschränkt möglich sein wird, entstand die Idee, durch „Monatsbriefe“ regelmäßige Lebenszeichen zu geben. Inzwischen sind eine ganze Reihe dieser kurzen, aber sehr informativen Texte erschienen. Spannend ist, dass darin nicht nur kunsthistorische Tatsachen berichtet werden, sondern dass oft auch ausgesprochen Persönliches mit einfloss. Die Reaktionen auf diese Briefe waren durchweg positiv, weswegen wir die Reihe fortsetzen wollen – eventuell in etwas anderem Rhythmus: Es ist nicht leicht, Monat für Monat einen Autor oder eine Autorin zu finden. Schadows reiches Oeuvre bietet freilich Stoff genug…

Unser Dank gilt neben den Verfassern vor allem Frau Dr. Christina Petersen und unserem geschätzten Geschäftsführer, die sich gemeinsam sehr aktiv um das Gelingen dieser Reihe kümmerten. Was wird das nächste Jahr bringen? Derzeit wagt man keine präzisen Planungen.

Wir alle hoffen, dass es mit der Pandemie irgendwann ein Ende haben wird. Sollten also die Zeiten wieder ein wenig normaler werden, so wird die Ausstellung der Prinzessinnengruppe sicher ein Thema sein, ebenso die in Arbeit befindliche Rekonstruktion des Gipsmodells der Quadriga.

Auch die Restaurierung des Münzfrieses, das derzeit wichtigste Vorhaben der Gesellschaft, wollen wir nicht aus den Augen verlieren – hier zeichnet sich jetzt die Möglichkeit ab, einen geeigneten Raum für die dringend notwendigen Arbeiten zu finden. Den zahlreichen Unterstützern und Spendern, die den Start des Vorhabens überhaupt erst ermöglichen, danken wir hiermit sehr herzlich. Im Namen von Vorstand, Kuratorium und Geschäftsführung der Schadow Gesellschaft Berlin e.V. wünschen wir Ihnen, dass Sie gesund bleiben und sich durch das Virus und seine Begleiterscheinungen nicht verbittern lassen.

Trotz alledem: Genießen Sie die Weihnachtszeit und hoffen Sie mit uns auf ein gutes, auf ein besseres neues Jahr.

Mit sehr herzlichen Grüßen

Ihr Bernd Wolfgang Lindemann                         Ihr Klaus Gehrmann
Vorstandsvorsitzender                                         Geschäftsführer